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Shona

Steinbildhauer - Zimbabwe, Südafrika

Afrika - von diesem Kontinent hat jeder seine eigenen Vorstellungen. Man glaubt ihn zu kennen, denkt an afrikanische Folklore, Tänzer, Trommeln und an Straßenkunst - jenes typische Kunsthandwerk also, das auch bei uns als Ethno-Kunst bekannt ist.

Die Ausstellung gibt einen Einblick in die moderne Bildhauerei Zimbabwes und verblüfft dabei den Betrachter auf eine ganz besondere Weise: Sind die ausgestellten Kunstwerke überhaupt „afrikanische"? Befindet man sich nicht eher in einer modernen Skulpturenausstellung, die man im Museum of Modern Art in New York vermuten würde? Tatsächlich ist diese außergewöhnliche Kunst dort ebenso zu finden wie im Musée Rodin, Paris oder in anderen großen Museen der Welt. Auf der Biennale in Venedig erhielten die Künstler Zimbabwes einen eigenen Pavillon, auf den Weltausstellungen in Sevilla und Hannover sorgten sie für Aufsehen.

In die hymnischen Kritiken, mit denen diese Skulpturen inzwischen weltweit bedacht werden, mischt sich nicht selten auch ein Unterton der Verwunderung. Eine Verwunderung darüber, dass ein Land im südlichen Afrika, das bisher kaum durch seine künstlerische Produktion aufgefallen war, innerhalb kürzester Zeit eine Reihe von Bildhauern hervorgebracht hat, die mittlerweile zu den besten der Welt gezählt werden. Zimbabwe gilt unter Kennern moderner Steinskulpturen als die Wiege einer Bewegung, die Künstler hervorgebracht hat, die ihren Geist, ihre Seele zwar auf sehr afrikanische Weise in jeden Stein einfließen lassen, doch dabei immer in erster Linie Individuen ganz unterschiedlicher Prägung bleiben. Tradition, Mythen und Riten verblassen, die Künstlerpersönlichkeit tritt in den Vordergrund. Daher kommt es, dass der Betrachter so verblüfft ist, dass er sich an Henry Moore oder andere große westliche Bildhauer erinnert fühlt, obwohl die Künstler Zimbabwes keineswegs durch den Westen geprägt sind.
Shona - Steinskulptur - Galerie Anders Lünen
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