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Thorsten Poersch

Radikal experimentell in den Materialien, erdig in den Farben, filigran in der Komposition, bedeutungsvoll und allegorisch in der Aussage, emotional in der Wirkung: bei den meist großformatigen Bildern von Thorsten Poersch steht Altes neben Neuem und verweist auf die Korrespondenz zwischen Epochen und Generationen. Asche, Kohlenstaub und Bitumen gehören neben Pappe, Papier aller Art, Acrylfarben und Pigmenten zum Repertoire. Die Oberfläche ist vielschichtig, sie zeigt sich verbeult, verkrustet, geheimnisvoll. Schriftzeichen und Einritzungen geben Botschaften. Die Bilder fordern den Betrachter geradezu heraus, nach der Bedeutungsebene zu suchen.

Thorsten Poersch, 1999 Studium für Kunst und Kunsttherapie in Bochum, zusätzlich seit 2002 Studium der Kunst an der Universität Dortmund. Er lebt und arbeitet im Ruhrgebiet und Münsterland, seine Bilder sind seit 1990 in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten.

Thorsten Poersch vertritt die Malerei, die ihre Vorbilder im Informel sucht. Ihm geht es um die Abkehr von der geregelten Farbstruktur, um die Hinwendung zur spontanen Gestik des Künstlerischen Prozesses.
Aufgewachsen im Ruhrgebiet, aus einer Bergarbeiterfamilie stammend, hat er schon als Kind Berührungen mit den Materialien gehabt, die er heute in seinen Bildern verarbeitet.
Es geht um das Verhältnis von Form und Material, über das er seine eigene Sprache findet. Durch die Vielschichtigkeit der Oberfläche gerät diese in Bewegung, sie zeigt sich verbeult, verkrustet, Papierfetzen brechen die Oberfläche, Schriftzeichen und Einritzungen geben Botschaften.
In den großformatigen Bildern überlagern sich die Farbmassen, fließen ineinander und verschmelzen zu neuen Strukturen. In großen Gesten wird schwarze Farbe schwungvoll in archaisch anmutende Bögen und Tore gebracht, die Farbigkeit ist bewusst in erdigen rotbraunen, ockerfarbigen Gelbtönen gehalten.
Man spürt, dass sich hier ein Malprozeß entlädt, der sehr mit der eigenen Befindlichkeit zu tun hat. Aus der Tiefe der Erinnerungen, die aus den Zechen- und Industrielandschaften des Ruhrgebietes stammen, vermischen sich Strukturen, Farben und Landschaften aus dem Münsterland.
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